Kulturpreis 2018: Lauschvisite
Gottfried Meyer
Konzertreihe für zeitgenössische Musik gewann den Kulturpreis
Die
hochkarätige Jury - unter anderem mit Hachenburgs Kulturreferentin Beate
Macht und Professor Dr. Jürgen Hardeck, dem Leiter des Kultursommers
Rheinland-Pfalz, sowie je einem Mitglied der beteiligten Clubs - ist nach
reiflicher Überlegung und intensiven Diskussionen zu einem Ergebnis
gekommen: Der diesjährige Preisträger ist die „Lauschvisite“. Nach dem
Kammerchor Marienstatt und der Kleinkunstbühne Mons Tabor erhält in
diesem Jahr Eva Zöllner als Initiatorin der Lauschvisite den
Kulturpreis. Unterstützt wird sie von ihrem Partner Stefan Kohmann,
Musiker und Lehrer am Landesmusikgymnasium Montabaur. Er spielt alle
Arten von Schlagwerken mit reichlich Kreativität, Vielseitigkeit und
Humor.
Die
Lauschvisite ist eine neue Konzertreihe für zeitgenössische Musik in
Montabaur im Westerwald. Von neu komponierter Kammermusik für
extravagante Besetzungen über freie Improvisationen bis hin zu
Sprachexperimenten, Jazzanklängen und interdisziplinären Verknüpfungen
werden verschiedenste Ansätze aktuellen Musikschaffens präsentiert. Das
Publikum darf gespannt sein auf neue Impulse und musikalische
Kuriositäten an einem Ort, an dem man diese nicht unbedingt erwartet. Im
atmosphärischen Gewölbekeller in der alten Stadtmauer werden seit
Sommer 2017 einmal im Quartal ganz besondere Künstler präsentiert: Die
Lauschvisite lädt Klangexperimentierer und Protagonisten der
internationalen Szene für zeitgenössische Musik ein, in Montabaur
Station zu machen und ihr Können zu präsentieren.
„Ich
habe lange in der Welt gewohnt und beschäftige mich mit
zeitgenössischer Musik als einem Ausdrucksmittel in der heutigen Welt.
Ich sehe darin großes Potenzial, auch für das Publikum, man kann Grenzen
ausloten als Interpret und mit dem Instrument, experimentieren und neue
Wege gehen. Es gibt viel zu entdecken. Abseits der ausgetretenen Pfade.
Ganz viele Facetten“, sagt Eva Zöllner. Die vielen interessanten
Künstler, die sie bei ihren Reisen und Projekten kennen lernt, möchte
sie dem Publikum ihrer Heimat nicht vorenthalten und hat deshalb mit
Hilfe vieler Mitstreiter vor Ort, allen voran den „Kultur im Keller
Club“, die Lauschvisite gegründet.

Die Idee, eine Kunstauktion durchzuführen, deren Erlös einem sozialen Projekt zugutekommen soll, ist nicht neu. Im „Lion“ konnten man schon mehrfach Berichte über solche Auktionen lesen. Den aktuellen Anstoß, ein solches Projekt in unseren Reihen durchzuführen, gab nun eine Erbschaft. Mein Vater, ausgebildeter Bildhauer und Maler, hat uns eine sehr große Anzahl an Gemälden und Plastiken hinterlassen. Zu einem guten Teil fanden sie Liebhaber in der Familie. Da wir aber alle schon einen guten Fundus seiner Arbeiten noch von ihm selbst geschenkt bekamen und die Kapazitäten einer Hängung im Privaten begrenzt sind, dachten wir daran, die Arbeiten zu einem guten Zweck abzugeben. Daraus entstand die Idee der Kunstauktion. Sie könnte als gemeinsames Projekt der Westerwälder-Service-Clubs durchgeführt werden. Wir, meine Geschwister und ich, würden dafür einen Fundus von 20-30 Bilder beisteuern. Da das Angebot aber nicht einseitig auf die Arbeiten eines Künstlers beschränkt bleiben sollte, wäre es wünschenswert, wenn weitere Künstler Arbeiten beisteuern würden. Sicher gibt es in jedem Club jemanden, der Kontakt zu Künstlern hat. Daher sollten im Vorfeld in den einzelnen Clubs Kunstwerke (Bilder und kleine Skulpturen) gesammelt werden, die einzelne Clubmitglieder entweder abgeben möchten oder die von den Mitgliedern selbst oder deren Familienmitgliedern gemalt wurden. Diese Arbeiten müssen fotografiert und mit dem Namen des Künstlers/der Künstlerin, den Maßen und der Technik gelistet werden. Daraus kann dann ein kleiner, ganz einfacher Katalog gefertigt werden, der entweder online gestellt und/oder gedruckt werden kann. Wichtig ist es, dass die Arbeiten entweder am Tag der Auktion oder schon früher besichtigt werden können. Vielleicht kann man auch über die Abgabe eines schriftlichen Gebots nachdenken. Dazu sollte es bei jeder Arbeit ein Mindestgebot geben, zu dem diese erworben werden kann (vielleicht schon im Katalog vermerkt). Als möglichen Ort für die vorherige Ausstellung und auch die Auktion hatte ich an den Stöffelpark gedacht. Die Räumlichkeiten im „Tertiärum“ erscheinen dafür geeignet. Aber auch andere Orte sind denkbar (z.B. Huf-Haus). Dies sind zunächst nur einige Vorüberlegungen für die angedachte Veranstaltung. Sicher werden sich dazu, spätestens wenn es an eine tatsächliche Planung geht, weitere Fragen ergeben. Gerne stehe ich für deren Beantwortung zur Verfügung. Ich möchte aber schon im Vorfeld darauf hinweisen, dass es nicht möglich sein wird, eine solche Aktion allein zu stemmen. Vielmehr muss sich dafür ein verlässliches Team finden. Dann aber wird es sicher bei aller Arbeit auch Spaß machen.

